Spalier
stehen
Spalier
stehen gehört zu den Bräuchen, die immer mehr auf Hochzeiten
Einzug erhalten. Nach der kirchlichen Trauung, wenn das Brautpaar
die Kirche verlässt, bilden Freunde, Verwandte und Bekannte
eine Art Tunnel, durch das sich Braut und Bräutigam den Weg
bahnen müssen. Die Bedeutung dieses Brauch ist, dass das frisch
verheiratete Paar die ersten Hindernisse und Stolpersteine in seinem
neuen, gemeinsamen Leben überwinden lernt.
Der
Weg in die gemeinsame Zukunft
Der
Gang durch das Spalier symbolisiert für das Ehepaar den ersten
gemeinsamen Weg in Richtung Zukunft. Dabei stehen die Menschen, die
im Spalier stehen, dem Brautpaar zur Seite aber auch im Weg. Das
Spalier soll verdeutlichen, dass Freunde dem neuen Paar in Zukunft
Glück aber auch Ärger bringen können. Darauf soll
der Weg durch das Spalier eine erste Vorbereitung sein.
Darüber hinaus ist es an sich schon eine Verdeutlichung der
Besonderheit des Hochzeitstages, dass das frische Paar sich den Weg
durch das Spalier bahnt. Alle Bekannten und Verwandten beglückwünschen
die Braut und den Bräutigam, indem sie ihnen die Ehre erweisen,
ihnen den Weg in eine gemeinsame Zukunft zu bereiten.
Spalier
stehen mit Motto
Häufig
vereinbaren die Freunde des zu trauenden Paars, die das Spalier stehen,
ein Motto für die Durchführung dieses Brauches. Hier wird
meist auf Hobbys, Eigenarten, Vorlieben oder Beruf der Braut bzw.
des Bräutigams zurückgegriffen. Man möchte damit den
Weg, den die Verwandten und Bekannten dem Brautpaar bereiten, möglichst
individuell gestalten. Den Möglichkeiten, das Spalier zu gestalten,
sind dem zu Folge keinerlei Grenzen gesetzt.
Wenn zum Beispiel der Bräutigam Mitglied der Feuerwehr ist,
können sich seine Kameraden in Feuerwehrkleidung, mit Strahlrohr
oder Axt ausgestattet, im Spalier aufstellen und somit ein individuelles
Bild erschaffen. Eine weitere Variante ist, sofern die Braut oder
der Bräutigam gerne Tennis spielt, denjenigen, die im Spalier
stehen, Tennisschläger in die Hand zu geben, sodass eine Tennis-Spalier
entsteht.
Auch wenn sich keine bestimmtes Motto finden lässt, so kann
man das Bild des Spaliers doch schön gestalten. Man kann den
Menschen, die im Spalier stehen, längere Rosen geben, die sie
dann zu einem Spalier richten. Mit ein bisschen Fantasie fällt
einem in dieser Hinsicht sicher etwas ein. Es braucht lediglich ein
bisschen Kreativität.
Der
Reis fliegt tief in der Nähe des Spaliers
Dass
die Menschen für das Brautpaar im Spalier stehen, ist, wie bereits
erwähnt, unter anderem auf die Glückwünsche für
Braut und Bräutigam zurückzuführen. Ganz oben auf
der Liste der Glückwünsche steht die Fruchtbarkeit. Nachdem
zwei Menschen zueinandergefunden und den Bund der Ehe geschlossen
haben, lässt das erste Kind meist nicht lange auf sich warten.
Um diesen Glückwünschen Ausdruck zu verleihen, werfen die
Leute, die im Spalier stehen und auch die drum herum, in erster Linie
jedoch die jüngeren Gäste der Hochzeit, Reiskörner
über das Paar. Der Ursprung dieses Brauches liegt in Asien und
hat erst langsam den Weg zu uns nach Europa gefunden. Heutzutage
findet dieser Brauch häufig in leicht veränderter Form
Anwendung. Man verwendet an Stelle der Reiskörner nun lieber
Blumen, die ebenso wie die Reiskörner ein Symbol der Fruchtbarkeit
sind, oder aber auch Seifenblasen.
Zunächst
muss ein Band durchschnitten werden
Um
den Hindernissen und Stolpersteinen, die das frische Paar in seiner
Ehe erwarten werden, kräftiger Ausdruck zu verleihen, muss das
Brautpaar sehr häufig, bevor es den Weg durch das Spalier beschreitet,
ein Band durchschneiden. Mit dem Durchschneiden des Bandes, welches
dem Paar noch den Weg in die Zukunft versperrt, führen Braut
und Bräutigam ihre erste gemeinsame Tat durch. Dieser werden
noch viele Folgen und aus diesem Grund muss dies angemessen begangen
werden.